TECHNIK

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni im Test: Das ultimative Gaming-Headset für Multiplattform-Spieler?

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni will mehr sein als nur ein weiteres kabelloses Gaming-Headset. Mit GameHub, drei USB-Anschlüssen, Bluetooth, ANC, wechselbaren Akkus und umfangreicher Software-Unterstützung soll es zur zentralen Audiostation für PC, PlayStation, Xbox, Switch und Smartphone werden. Doch rechtfertigt dieser Funktionsumfang auch einen Preis von rund 400 Euro?

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni: Die wichtigsten Daten

Das Arctis Nova Pro Omni ist die Weiterentwicklung des Arctis Nova Pro Wireless und richtet sich klar an Nutzer, die mehrere Systeme gleichzeitig verwenden.

Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen gehören 40-mm-Neodym-Treiber, ein Frequenzbereich von 10 Hz bis 40 kHz, Hi-Res-Wireless-Audio mit bis zu 96 kHz und 24 Bit sowie Unterstützung für 2,4-GHz-Wireless, Bluetooth 5.3 und 3,5-mm-Klinke.

Hinzu kommen Active Noise Cancelling, ein Transparenzmodus, das ClearCast-Pro-Mikrofon mit KI-Rauschunterdrückung sowie eine GameHub-Basisstation mit drei USB-Anschlüssen und zusätzlichem Line-In und Line-Out.

Besonders praktisch ist das Zwei-Akku-System: Während ein Akku im Headset genutzt wird, lädt der zweite direkt in der Basisstation.

Design und Verarbeitung

Optisch bleibt SteelSeries der bekannten Nova-Linie treu. Das Headset wirkt schlicht, modern und deutlich zurückhaltender als viele klassische Gaming-Headsets.

Mit rund 339 Gramm ist es nicht besonders leicht, verteilt sein Gewicht durch den bekannten flexiblen Kopfbügel aber angenehm über den Kopf.

Bei einem Preis von rund 400 Euro fällt allerdings auf, dass große Teile des Headsets aus Kunststoff bestehen. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und sauber, erreicht beim Materialgefühl aber nicht das Niveau des deutlich teureren Nova Elite mit stärkerem Metallanteil.

Hoher Tragekomfort mit einem bekannten Nachteil

Beim Tragekomfort gehört das Nova Pro Omni zu den stärkeren Modellen seiner Klasse.

Die Kunstlederpolster sitzen angenehm und unterstützen gleichzeitig die passive Geräuschabschirmung. Gerade bei längeren Sessions entsteht unter den Ohrmuscheln allerdings relativ schnell Wärme.

Nach ein bis zwei Stunden macht sich das durchaus bemerkbar. Gerade im Sommer wären zusätzliche Stoffpolster als Alternative bei einem Headset dieser Preisklasse wünschenswert gewesen.

Der GameHub ist das eigentliche Highlight

Die größte Besonderheit des Nova Pro Omni ist nicht das Headset selbst, sondern die GameHub-Basisstation.

Sie bietet drei USB-Anschlüsse und kann damit mehrere Systeme dauerhaft verbinden. Ein typisches Setup könnte beispielsweise aus PC, PlayStation 5 und Xbox bestehen.

Zusätzlich kann ein Smartphone per Bluetooth eingebunden werden. Über Line-In lässt sich bei Bedarf noch eine weitere Audioquelle hinzufügen.

Dadurch entfällt das ständige Umstecken zwischen verschiedenen Geräten.

OmniPlay macht mehrere Audioquellen gleichzeitig möglich

Besonders interessant wird das System durch OmniPlay.

Mehrere Audioquellen können gleichzeitig genutzt und miteinander gemischt werden. So könnt ihr beispielsweise auf der PlayStation spielen, gleichzeitig über den PC Discord verwenden und zusätzlich Audio vom Smartphone empfangen.

Gerade für Multiplattform-Spieler, Streamer und Content Creator ist das ein enorm praktisches Feature.

Für Nutzer mit nur einer Konsole fällt dieser Vorteil dagegen deutlich weniger ins Gewicht.

Sound: Präzise statt übertrieben basslastig

Klanglich liefert das Arctis Nova Pro Omni ein sehr starkes Ergebnis.

Der Sound ist detailliert und kontrolliert. Explosionen besitzen Druck, ohne andere Frequenzen unnötig zu überlagern. Dialoge bleiben klar verständlich und kleinere Details wie Schritte, Nachladegeräusche oder Richtungsinformationen lassen sich gut heraushören.

Über die SteelSeries-Software stehen zusätzlich mehr als 200 spielspezifische Equalizer-Presets sowie ein parametrischer Equalizer zur Verfügung.

ANC gehört zu den stärksten Gaming-Headset-Lösungen

Beim Active Noise Cancelling hat SteelSeries gegenüber dem Nova Pro Wireless deutlich nachgelegt.

Vor allem konstante tiefe und mittlere Frequenzen wie Lüfter, Tastaturgeräusche oder Hintergrundgeräusche werden effektiv reduziert.

Im Test funktionierte das ANC selbst in einer lauten Umgebung überzeugend. Das Niveau hochwertiger klassischer ANC-Kopfhörer wird zwar nicht vollständig erreicht, für ein Gaming-Headset ist die Leistung aber ausgesprochen stark.

Ein Transparenzmodus ist ebenfalls vorhanden.

Das Mikrofon macht einen großen Sprung

Auch beim Mikrofon hat SteelSeries nachgebessert.

Das ClearCast-Pro-Mikrofon lässt sich vollständig im Gehäuse versenken und verwendet eine KI-basierte Rauschunterdrückung, die direkt über die Hardware arbeitet.

Dadurch funktioniert die Geräuschfilterung auch an Konsolen ohne laufende PC-Software.

Konstante Störgeräusche werden sehr effektiv herausgefiltert. Für Discord, Party-Chat und normalen Gaming-Alltag liefert das Mikrofon deshalb eine sehr gute Leistung.

Für professionelle Podcast- oder Streaming-Aufnahmen bleibt ein separates USB- oder XLR-Mikrofon allerdings weiterhin die bessere Wahl.

Zwei Akkus lösen das Laufzeitproblem praktisch komplett

Das Akku-System gehört weiterhin zu den größten Stärken der Nova-Pro-Serie.

Im Lieferumfang befinden sich zwei austauschbare Akkus. Einer befindet sich im Headset, während der zweite in der Basisstation geladen werden kann.

Dadurch lässt sich der Akku innerhalb weniger Sekunden wechseln und das Headset praktisch dauerhaft kabellos betreiben.

Zusätzlich unterstützt das Omni Schnellladen. Bereits 15 Minuten Ladezeit sollen für mehr als vier Stunden Nutzung reichen.

SteelSeries GG und Companion App

Am PC erfolgt die Konfiguration über SteelSeries GG und Sonar.

Dort lassen sich Equalizer, ChatMix, Audio-Routing und zahlreiche weitere Einstellungen konfigurieren.

Für Konsolenspieler gibt es zusätzlich eine mobile Companion App. Damit lassen sich viele wichtige Funktionen wie Presets, ANC und Mikrofoneinstellungen auch ohne PC verändern.

Die größten Kritikpunkte

Die größte Schwäche des Nova Pro Omni ist eindeutig der Preis.

Rund 400 Euro sind selbst für ein Premium-Gaming-Headset eine erhebliche Investition. Gerade angesichts des hohen Kunststoffanteils hätte die Materialanmutung etwas hochwertiger ausfallen dürfen.

Auch die Kunstleder-Ohrpolster sind nicht für jeden ideal. Bei langen Sessions kann es darunter relativ warm werden. Ein zusätzliches Paar Stoffpolster wäre bei diesem Preis eine sinnvolle Ergänzung gewesen.

Wer ausschließlich auf einer Konsole spielt, schöpft zudem einen großen Teil der Möglichkeiten des Omni überhaupt nicht aus.

Lohnt sich ein Upgrade vom Arctis Nova Pro Wireless?

Wer bereits ein Arctis Nova Pro Wireless besitzt, muss nicht zwangsläufig wechseln.

Das Omni bietet Vorteile beim Klang, ein deutlich verbessertes Mikrofon und insbesondere die flexiblere GameHub-Basisstation.

Der größte Unterschied entsteht aber erst dann, wenn mehrere Geräte gleichzeitig genutzt werden.

Wer hauptsächlich auf einem einzelnen System spielt, kann problemlos beim Nova Pro Wireless bleiben.

Fazit: Extrem vielseitig – aber nicht für jeden

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni gehört zu den vielseitigsten Gaming-Headsets seiner Klasse.

Sound, Mikrofon und ANC überzeugen, doch das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist das Zusammenspiel aus GameHub, mehreren Audioquellen und dem Zwei-Akku-System.

Für Nutzer, die lediglich ein sehr gutes Gaming-Headset suchen, ist der Preis schwer zu rechtfertigen.

Wer dagegen regelmäßig zwischen PC, PlayStation, Xbox, Smartphone und Discord wechselt und alles über eine zentrale Audiolösung verbinden möchte, bekommt hier ein außergewöhnlich leistungsfähiges Gesamtpaket.

Kurz gesagt: Für Single-System-Spieler Luxus. Für echte Multiplattform-Nutzer eines der interessantesten Headsets am Markt.

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