Test Assetto Corsa (PS4 / Xbox One)

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Assetto Corsa Test

Einleitung

Ich muß ganz offen gestehen, als ich gehört habe, das Assetto Corsa für die Konsolen kommt, war mein erster Gedanke das wird nichts. Jetzt ist es da und ich befinde mich in der Startaufstellung der legendären Rennstrecke Brands Hatch in einem Lotus e125 und der Motorensound um mich herum will einfach das ich die Dolby Surround Anlage noch ein stück weiter aufdrehe. JA der Sound stimmt zu 100%. Allein bei dem Sound meine ich schon den ersten Benzingeruch wahrzunehmen und als die Ampel auf Grün schaltet ich bei 7000 Umdrehungen den ersten Gang einwerfe das Gaspedal durchdrücke mein Lotus nach vorne schießt denke ich nur JA so fühlt sich ein Rennwagen an ja so muß sich eine Racing Sim anfühlen. Ich spüre während meiner ersten Runde auf Brands Hatch wirklich jede Bodenwelle, die Start Ziel Gerade ist nicht einfach nur eine Gerade wo ich bei jedem anderen Rennspiel locker einhändig ohne viel Aufmerksamkeit mein Pedal auf den Boden drücke, nein ich habe das Lenkrad fest umklammert und habe beinahe Angst gleich den wertvollen Bodenkontakt zu verlieren und einen Satz zu machen, der weder mir noch dem Auto und vor allem nicht meiner Position zu Gute kommt.

Hier merkt man die Sorgfältigkeit und vor allem die Zuverlässigkeit des benutzen Lasersystems zum abbilden der Originalen Strecke um eine 100%ige digitale Kopie zu erstellen.

Der erste Eindruck ist also schonmal ja die Jungs von Kinos haben ihren Job mehr als nur hinbekommen:

fantastischer Motrensound: CHECK

Streckennachbildung: CHECK

Fahrgefühl: CHECK

Aber ohne zu viel vorwegzunehmen Assetto Corsa ist eine Racing Sim mit ganz viel Licht und ganz wenig Schatten, dieser ist aber dafür umso dunkler, aber dazu kommen wir später noch.

Der Fuhrpark

Wenn wir auf den Fuhrpark der mehr als 100 Autos schauen und diese auf die Strecke bringen, kann man sagen jedes Auto hat seine eigene Charakteristik, jedes Auto fühlt sich genau so an wie man es erwartet hat, das Reifenmodell erledigt seinen Job zu 100% ja Assetto Corsa ist genau die Hardcore Sim die sich jeder Rennenthuasist auf der Konsole gewünscht hat, das ist eine 1:1 Umsetzung der PC Version. Der Forza Motorsport oder Gran Turismo Fan mag an dieser Stelle überfordert sein und muss für sich selbst herausfinden will er weiter locker seine Runden in Forza drehen oder aber mit Schweiß auf der Stirn wirklich das 100%ige Fahrgefühl haben, an jeder Schraube drehen bis das Setup einfach stimmt und man eine weitere zehntel Sekunde von der Rundenzeit abkratzen kann.

Über 100 Autos wären auch gar nicht nötig gewesen aber ich denke gerade mit über 400 Autos in GT und FM wollte man auch einfach 3 stellig sein. Viele Autos sind nur Stage Versionen (also Versionen desselben Autos mit mehr Dampf) so das letztendlich ca. 80 unterschiedliche Autos überbleiben. Eine komplette Auto Liste findet Ihr unter http://www.assettocorsa.net/cars/

und auch in meinem Videotest stelle ich Euch mehr Autos vor.

 

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Die Spielplätze

Hier können wir jetzt auch direkt zu den gebotenen Strecken in Assetto Corsa springen. Es gibt den Circus de Catalunya, Brand Hatch, Imola, Magione, Monza, Mugello, Nordschleife, Silverstone, Spa Francochamps, Vallelunga und Zandvoort. Mit dem Premium Pack erhaltet Ihr zusätzlich den Red Bull Ring. Mit allen Streckenvariationen sind in der Standard Version also 26 unterschiedliche Rennstrecken an Bord darunter auch echte Perlen wie Monza 1966 oder die Nordschleife Touristen Strecke.

Ein paar mehr Strecken wären schon schön gewesen zumal auch welche die nicht in Europa liegen, ich denke dabei an Bathurst in Australien oder die amerikanischen Rennstrecken Ikone wie Road America, Road Atlanta und natürlich Laguna Seca, diese Strecken irgendwann vielleicht noch einmal nachgeliefert zu bekommen mit der fantastischen Leistung des Laserscan Systems wäre ein absoluter Traum. Aber auch so sind die 26 Streckenvarianten einfach ein Erlebnis und sorgfältig ausgewählt wie auch umgesetzt.

Spielmodi sind auch genug vorhanden inkl. einer Kampagne die aber letztendlich auch nur Rennen an Rennen packt durch das abschließen einzelner Events erhält man Marken und kann so die Karriereleiter aufsteigen und fordernde Events freischalten (näheres zu den Modi im Videotest). Neben der Karriere gibt es noch die Spezial Events welche Euch in eine bestimmte Situation versetzen und Ihr das beste draus machen müsst. Dazu gibt einatürlich noch den Practice Modus in dem Ihr jedes Auto und jede Strecke zum freien üben wählen könnt. Quick Race ist dann wie der Name sagt ein schnelles Rennen gegen KI und Race Weekend bietet euch dann natürlich ein komplettes Rennwochenende inkl. Training, Qualifying und Rennen. Dazu gibt es noch Hot Lap, Time Attack und Drift, für die Drifter unter euch.

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Beim Online Modus gibt es dann den ersten Schatten, aktuelle gibt es keine privaten Lobbys ich hoffe das hier noch nachgebessert wird. Ansonsten wird Euch auch online ein komplettes Rennwochenende mit bis zu 16 Fahrern geboten, inkl. Training, Qualifying sowie dem Rennen auch bereits laufenden Rennen kann beigetreten werden. Als Spieler gibt es eine Menge Möglichkeiten per Abstimmungssystem Einfluß zu nehmen z.B. den Abbruch des aktuellen Rennens wenn zu viele die Lobby verlassen haben oder das Qualifiying zu überspringen usw.

Nachdem das Fehlen der privaten Lobbys euch in vorgegebene Lobby „zwingt“ ist es gut hier über 50 verschiedene Filtermöglichkeiten zu haben um Eure Lobby zu finden. Innerhalb der Online Rennen habt Ihr natürlich vollen Zugriff auf eure Tuningeinstellungen und könnt bereits vorgefertigte einfach laden.

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Für den Einsteiger ?

Damit auch Racing Sim Einsteiger in Assetto Corsa auf Ihre Kosten kommen gibt es auch vielfältige Möglichkeiten Fahrhilfen ein oder aus zuschalten. Ihr könnt euch erst einmal eine Ideallinie einblenden um die Strecke zu lernen, automatisch schalten lassen oder manuell schalten mit automatischer Kupplung, Ihr habt die Wahl ob Ihr automatisch Zwischengas nutzen möchtet zu dieweil Prozent Euer Auto mechanischen Schaden erleidet ein setzen auf 0% verhindert z.b. auch das Eure Reifen Blasen bekommen oder graining, ihr könnt einstellen das Ihr das rennen sofort mit bereits warmen Reifen startet usw. Dazu natürlich die üblichen verdächtigen wie ABS,STM, TCS. Ihr merkt wirklich jeder wichtige Aspekt um vom Einsteiger zum Profi zu werden wurde hier berücksichtigt.

Beim Schwierigkeitsgrad der KI hat Kunos in meinen Augen die Messlatte ein wenig zu hoch gelegt. Ich bin bei weitem kein Profi aber bereits der mittlere Schwierigkeitsgrad hat es bereits geschafft das es mir nicht gelungen ist die Zielflagge auch nur einmal als erster zu sehen. So das ich mich wirklich mit Amateur zufrieden geben musste.

Hatte ich schon erwähnt das sowohl ich wie auch Kunos auf jeden Fall den Einsatz eines Rennlenkrads mit Pedalen empfehlen, die Controllersteuerung ist zwar gut umgesetzt aber für wirklich gute Rundenzeiten sollte man dann doch die Hände lieber tief in das Leder Eures Racing Wheels graben können. Bei der Controllersteuerung hatte ich das Gefühl das sich die PS4 Version einfacher handhaben lässt als die Xbox Version. Wobei man auf der PS4 Version dann aber gerne das Lenkrad ausblendet weil so richtig viele Gemeinsamkeiten zwischen dem was Ihr am Controller macht und den virtuellen Händen am Lenkrad  gibt es da nicht zu entdecken.

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Womit wir auch am größten Kritikpunkt ankommen den ich habe und der in meinen Augen so überflüssig wie aber auch essentiell für das Spiel ist.

Die Einstellungsmöglichkeiten für Euer Eingabegerät, es gibt insgesamt je für Lenkrad und Controller nur zwei Voreinstellungen, mag nicht so wild sein denkt man im ersten Moment zumal man für den Controller die Empfindlichkeit der Lenkung der Bremsen usw. dann noch seperat einstellen kann. Geht man in die erweiterten Einstellungen kann man das Force Feedback noch sehr differenziert einstellen. Wie stark generell wie stark auf den Kerbs wie stark off Rand usw. Und eigentlich dent man da kommt noch eine weitere Seite mit Einstellmöglichkeiten für das Lenkrad inkl. Todzonen, Lenkwinkeleinstellung (540,720.900) aber nein da kommt GAR NICHTS. Außer zwischen zwei Tastenkonfigurationen und den Force Feedback Effekten kann ich am Lenkrad rein gar nichts einstellen.

Und noch schlimmer ich habe innerhalb des Spiels oder der Garage nicht eine Anzeige die mir zeigt mit wieviel % ich das Gaspedal, die Kupplung und vor allem die Bremse drücke. Ich stelle mir z.B. immer gerne ein das ich für 100% Kupplung das Pedal nur zu 20% treten muss. Fehlanzeige in AC. Dann ist ja allgemein bekannt das sich am Logitech G920 bzw. G29 die Bremse nur mit erheblichem Kraftaufwand treten lässt. Bei einer Vollbremsung in Forza z.b. sehe ich das ich das Bremspedal nur zu 80% getreten habe und stelle mir halt ein das 80% = 100% sind, hier absolute Fehlanzeige. Zumal dieJungs von Kunos können das auf dem PC sind alle relevanten Einstellungen möglich. Das muss ganz dringend nachgepatcht werden.

Nach so viel Technik kommen wir endlich zur Grafik des Spiels die in meinen Augen wichtigsten Aspekte für eine Racing Sim sind abgearbeit.

Sound: Check

Technik: Check

Eingaben: Check

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Die Grafik

Assetto Corsa präsentiert sich sehr nüchtern, wo die Konkurrenz mit ganz viel drumherum versucht den Spieler in seinen Bann zu ziehen weiß Assetto Corsa einfach das dies bei so einer technischen Brillanz überhaupt nicht notwendig ist, einfach und sachlich gehaltene Menüs und eine In Game Grafik vom allerfeinsten. Übertriebene Blur Effekte sind hier Fehlanzeige, so ein klares sauberes Bild sieht man selten. Es sieht einfach fantastisch aus, eines mit der schönsten Rennspiele die ich je spielen durfte. So wohl auf der PS4 als auch der Xbox One werden 1080p mit 60 Frames per Sekunde geboten, Framedrops sind mir persönlich keine aufgefallen allerdings ganz selten mal ein Tearing in der Xbox One Version. Vom optischen Eindruck gibt es in meinen Augen ganz leichte Vorteile für die PS4 Version die einfach noch einmal ein kleines Stück näher an der PC Version ist.

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Zum Videotest

 

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Grafik 91%
Sound 95%
Fahrgefühl 95%
Spielspaß Offline 70%
Steuerung 70%
84%

Kunos Simulazioni hält sein Versprechen und bringt mit Asetto Corsa ein Hardcore Racing Sim auf die Konsole die sich hinter dem PC Vorbild nicht verstecken muß. Ein ohrenbetäubender realistischer Motorensound in einer absolut detailgetreuen Umgebung die Ihrem PC Pendant in kaum was nachsteht ein Pflichtkauf für jeden Racing Fan. Benzin statt Blut ? Dann ist Assetto Corsa die erste Wahl. Das einzige was Asetto Corsa fehlt zum absoluten Rennolymp sind ein paar mehr weltweite Strecken aus den USA, Asien und / oder Australien. Private Rennlobbys im Onlinemodus und ganz ganz wichtig mehr Optionen zum einstellen der unterstützen Lenkräder. Un ein optisches Schadenmodell wäre auch nett, da dieses auch durch Abwesenheit glänzt. Das große Grundgerüst steht absolut erschütterungsfrei wenn Kunos jetzt noch diese kleinen makelbehafteten Pfeiler korrigiert was in meinen Augen besonders im Hinblick auf die Optionen ein kleineres Problem sein sollte. Dann gibt es auf die Frage: Welche Racing Sim soll ich kaufen nur noch eine einzige Antwort Assetto Corsa 

About The Author

Gamerscorejäger, Konsolennerd, Lieblingsspiele: Alan Wake, Mass Effect, Heavy Rain und JA ich stehe auch auf Call of Duty :)

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